Wanderausstellung „Gegen das Vergessen“ im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Düsseldorf
Hagen/Düsseldorf. Große Bühne im Düsseldorfer Gesundheitsministerium für eine außergewöhnliche Ausstellung: „Gegen das Vergessen“, die Aufarbeitung behördlicher Gräueltaten, die während der NS-Diktatur in Hagen begangenen wurden, kann von den Mitarbeitenden des MAGS (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) noch bis Anfang April besucht werden. Zehn Stelen stehen sowohl im Foyer als auch der Bibliothek des Düsseldorfer Ministeriums. „Was Menschen mit Behinderungen angetan wurde, darf nicht in Vergessenheit geraten“, sagte Gesundheitsminister Josef Laumann (CDU) bei der Eröffnung. „Diese Ausstellung passt gut in diese Zeit und gut in unser Ministerium“.
Die Hagener Delegation des Caritasverbandes Hagen, darunter Projektleiter Meinhard Wirth und Dr. Michael Boecker von der Fachhochschule Dortmund, Professor für Sozialmanagement und Wirkungsorientierung der Sozialen Arbeit als Vertreter der wissenschaftlichen Begleitforschung sowie Nadine Böttcher als Vorsitzende des Werkstattrats, freute sich über die zahlreichen Interessierten an diesem Mittag. „Für uns ist es eine Herzensangelegenheit“ betonte Vorstand Torsten Gunnemann und sieht das Projektziel mehr als erfüllt. 15 Standorte hatte die Wanderausstellung schon, seit einem guten Jahr ist sie auf Tour. Und immer wieder berühren die Schicksale, die behinderte Menschen während der NS-Diktatur erleiden mussten. „Das ist unsere Aufgabe, nicht nur nicht zu vergessen, sondern wach und Stimme zu sein“, so Nadine Böttcher. In Hagen wurden besonders viele Menschen mit Behinderung Opfer nationalsozialistisch motivierten staatlichen Unrechts, initiiert zumeist von Mitarbeitenden der Gesundheitsverwaltung der Stadt.
Heute stellt sich das Gesundheitsamt seiner Geschichte, auch Leiterin Dr. Anjali Scholten war nach Düsseldorf gekommen, um die Ausstellung vorzustellen. „Es berührt einen ganz anders, wenn man die Orte kennt, an denen diese Taten vollzogen wurden“, ruft sie dazu auf, dass dieses Projekt auch an anderen Orten umsetzbar sei. Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung NRW für Menschen mit Behinderung und langjährige Mitarbeiterin des Caritasverbandes, hob hervor, dass die Kooperation mit dem Gesundheitsamt nicht selbstverständlich sei. „Gegen das Vergessen ist mehr als bloße Erinnerung, es ist Aufarbeitung“.
Die sich fortsetzt: Im Mai wird eine interaktive Stadtkarte vorgestellt, die den Gräueltaten einen Ort gibt, an denen sie geschehen sind. In Kooperation mit den Werkstätten für behinderte Menschen ist ein erlebbares Stück Geschichte entstanden.
Gefördert wurde das Projekt - Ausstellung und Karte - von der Aktion Mensch. Träger des Projekts ist der Caritasverband Hagen, Projektpartner das Gesundheitsamt der Stadt Hagen, der Hagener Geschichtsverein, Menschen mit Behinderungen, Studierende der Fachhochschule Dortmund, die Fernuniversität Hagen.