Zahlreiche Besucher bei Ausstellungseröffnung – Inklusives Projekt des Caritasverbandes setzt starkes Zeichen für Erinnerungskultur und historische VerantwortungHagen. Mit großem Besucherandrang und spürbarem Interesse ist am Montag die Ausstellung „Gegen das Vergessen. Ein interaktiver Stadtrundgang – Schicksale während der NS-Diktatur in Hagen“ in der Volme Galerie Hagen eröffnet worden. Zahlreiche Gäste aus Politik, Bildung, sozialen Einrichtungen und der Stadtgesellschaft folgten der Einladung des Caritasverbandes Hagen und seiner Projektpartner, um gemeinsam ein starkes Zeichen für Erinnerungskultur und historisches Bewusstsein zu setzen.
Bereits zur Eröffnung um 11 Uhr wurde deutlich, wie sehr das Thema die Menschen bewegt. In Gesprächen, bei den ersten Einblicken in die Ausstellung und während des anschließenden Rundgangs zeigte sich ein großes Interesse an den lokalen Schicksalen und historischen Hintergründen der NS-Zeit in Hagen.
Das innovative Projekt wurde gemeinsam mit jungen Menschen mit und ohne Behinderung entwickelt und überzeugte die Besucherinnen und Besucher durch seinen inklusiven und partizipativen Ansatz. Der interaktive Stadtrundgang ermöglicht eine intensive, persönliche Auseinandersetzung mit den individuellen Lebensgeschichten der Opfer des Nationalsozialismus und macht die historischen Ereignisse im heutigen Stadtbild erfahrbar.
„Gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte zunehmend unter Druck geraten, ist es wichtiger denn je, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten“, betonte Torsten Gunnemann, Vorstand des Caritasverbandes Hagen.
„Erinnerung darf dabei nicht abstrakt bleiben – sie muss Menschen berühren, zum Nachdenken anregen und in unser heutiges Handeln hineinwirken. Mit diesem Projekt schaffen wir einen Zugang, der Geschichte greifbar macht und zugleich zeigt, wie wichtig Mitmenschlichkeit, Zivilcourage und Verantwortung im Hier und Jetzt sind.“ (Torsten Gunnemann)
Er ergänzte: „Als Caritasverband Hagen treten wir für eine aktive Erinnerungskultur ein, bei der die Opfer im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern betrachten wir es als unsere Aufgabe, den Verfolgten eine Stimme zu geben. Wir möchten ehrlich sein und Transparenz schaffen, wo es um Verfehlungen geht, für die wir Mitverantwortung tragen. Erinnerung ist immer eine Mahnung für die Gegenwart und die Zukunft. Erinnerung hat kein Ende!“ Sein Appell, insbesondere junge Menschen zur aktiven Auseinandersetzung mit Geschichte zu ermutigen, fand großen Zuspruch unter den Anwesenden.
Im Anschluss an die Eröffnung nutzten viele Gäste die Gelegenheit, zwei nahegelegene Orte des Gedenkens gemeinsam zu besuchen. Die direkte Verbindung von Ausstellung und realen Schauplätzen wurde dabei als besonders eindrücklich wahrgenommen.
Den gelungenen Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemeinsamer Imbiss in der Cafeteria Ma(h)lzeit, der Raum für Austausch, Gespräche und persönliche Eindrücke bot. Viele Teilnehmende äußerten sich bewegt und lobten die gelungene Verbindung von historischer Aufarbeitung, Inklusion und moderner Vermittlung.
Mit der Ausstellung und dem interaktiven Stadtrundgang ist ein nachhaltiges Bildungsangebot entstanden, das dazu beiträgt, die Erinnerung an die NS-Zeit lebendig zu halten und zugleich Impulse für gesellschaftliche Verantwortung in der Gegenwart zu geben.
Einen Radio-Beitrag zur Eröffnung finden Sie
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